Was bedeutet für mich eine authentische Marke?

Der Timer läuft: Ab jetzt 10 Minuten durchschreiben!

Die Frage im Titel ist ein Themenwunsch meiner Netzwerkkollegin Maren Martschenko. Oha! Mir fällt dazu so viel ein, dass ich fast schon wieder eine Doktorarbeit davon gemacht hätte – und bekanntermaßen hält mich ja genau das häufig vom Bloggen ab. 😉 Dann erinnerte ich mich daran, dass ich darüber letztes Jahr schon einen Artikel geschrieben habe: “Sei doch einfach mal authentisch!” beschreibt, wie ich mich selbst als authentische Marke sehe. Alsdann: Jetzt mal allgemein betrachtet!

Eine authentische Marke ist für mich…

…untrennbar mit dem bzw. den Menschen dahinter verbunden. Meine Kunden sind Selbständige und Mittelständler, letztere können drei oder auch 300 Mitarbeiter haben. Entscheidend ist dabei für mich: Ihr Unternehmen ist noch so “klein”, bzw. so strukturiert, dass ihre eigene Persönlichkeit, ihr Warum und ihre Lust am Tun ihr Unternehmen prägen. Das sind nämlich u. a. genau die Themen, um die es in unserer Zusammenarbeit geht: Vor der Kommunikation nach außen kommt ja erstmal der Blick nach innen. Wer bin ich und was ist mir wirklich wichtig?

Menschen wollen von Menschen kaufen,

und sie folgen auch letztlich nicht Marken, sondern Menschen. Vertrauen ist sowieso die Basis für jede gute Zusammenarbeit, aber je schneller die Digitalisierung sich entwickelt, desto wichtiger wird die Frage nach dem Vertrauen und nach dem Menschen hinter dem Unternehmen. Wir sind insgeheim alle auf der Suche nach Verbundenheit. Und deshalb: Bei allem unerlässlichen Fachwissen (das wir mal voraussetzen) stellt sich jeder Kunde, bevor er einen Auftrag vergibt, insgeheim die Frage:

Kann ich dir vertrauen? Verstehst du mich? Kann ich mich auf dich verlassen? Bin ich bei dir gut aufgehoben?

Dazu gehört auch: Wofür stehst du, unabhängig von deinem Business? Wir erleben gerade auf gesellschaftlicher und politischer Ebene Themen, die noch vor ein paar Jahren viel weniger Aufmerksamkeit hatten. Innerpolitische Entwicklungen, Umweltschutz, Migration und auch der allgemeine Umgang miteinander; im Netz wie auch vis-à-vis.

Marke ist immer auch eine Frage der Haltung.

Deshalb finde ich es großartig, wenn Unternehmen gerade jetzt Haltung zeigen: Ein Handwerksbetrieb verabschiedet sich über seine Social-Media-Kanäle von einer Kundin (ohne Namen zu nennen), weil die einen “arabisch aussehenden” Mitarbeiter nicht auf ihrer Baustelle haben will. Und ein Getränkehändler postet auf Facebook, dass er ab sofort keine Plastikeinwegflaschen mehr verkauft, weil er die Müllflut nicht mehr verantworten kann. Beides wurde unzählige Male im Netz geteilt, und es polarisiert natürlich:

Dafür gab es jede Menge Zuspruch, aber auch Ablehnung – und genau das Risiko gehe ich ein, wenn ich in meiner Markenkommunikation wirklich authentisch bin. Dann wird mich nämlich nicht jeder mögen, und das ist gut so. Falls ich den Mut dazu habe, und das hat wieder was mit meinem persönlichen Selbstwert zu tun.

Dazu gehört übrigens auch, nicht nur “Schönwetter-Nachrichten” zu produzieren.

Deshalb erzählt eine authentische Marke auch, wenn’s mal nicht wie erwartet läuft. Damit ich ein Gefühl dafür bekomme, ob ich jemandem vertrauen kann und gern mit ihm arbeiten möchte, muss ich etwas von mir zeigen. Ich kann natürlich immer souverän, stark und abgeklärt daherkommen, aber dann bin ich nun mal NICHT authentisch, nämlich nicht echt. In dem Moment, wo ich auch mal von eigenen Misserfolgen, Zweifeln & Co. erzähle, werde ich fühlbar, greifbar, berührbar: Im Gespräch, auf Social Media, in einem Vortrag. Ich finde, das ist eine wichtige Voraussetzung für eine authentische Marke.

Und das schafft Vertrauen.

Zu dem Thema empfehle ich immer gern den berühmten TED-Talk von Brené Brown: “The power of vulnerability.” Memo an mich: Unbedingt mal wieder angucken.

Liebe Maren, dankeschön für dieses immer wieder spannende Thema! Mir fällt dazu noch viel mehr ein, aber man glaubt gar nicht, wie schnell 10 Minuten rum sind…

 

PS: Und weil authentisch sein ja auch “echt sein” bedeutet, bekommt dieser Blogartikel auch ein überaus authentisches Beitragsbild. Die Gedanken zu dem Artikel sind mir nämlich bei einem Spaziergang am Elbstrand durch den Kopf gegangen – und da war’s büschn windich. 😉

Für meine #10minBlog-Artikel stelle ich mir den Timer auf 10 Minuten und schreibe sie in eins durch: Ohne Konzeption und Vorab-Recherche, ohne SEO-Aspekte. Und ohne anschließend gefühlte 100 Mal auf “Vorschau” zu gehen., also auch ohne Formatierung, das übliche “Schick-machen” und Nacharbeiten.Seitdem macht das Bloggen wieder Spaß! Nach dem “Runterschreiben” gucke ich nur noch nach Tippfehlern, suche mir ein schönes Bild und formatiere vielleicht noch drei, vier Sätze als als Überschrift: Darüber freut sich Google.

Und warum dieses Format? Damit ich meinem Perfektionismus eins auswische: Der Artikel “Hier wird wieder gebloggt!” erklärt’s.

Unter dem Hashtag #10minblog findest du auf Twitter alle Artikel dieses Formats, bei dem zeitweise auch andere Blogger mitmachen.

Wenn du auch ein Thema hast, zu dem du etwas von mir wissen möchtest: Immer gern!

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