Profilschärfung, Elevator Pitch und anderes Blabla?

Gestern, Tatort Buchhandlung:
Eine Phrasendreschmaschine – die muss mit!!

 

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Großartig – jede Menge verbale Nebelbomben!

Die eine Seite bedient die konservative Fraktion, da entstehen so wundervolle Kreationen  wie nationale Schicksals-Bewältigung oder historische Geistes-Verstrickung…

Drehen wir das Ganze um, landen wir im progressiven Lager und stoßen auf emanzipatorische Innovations-Phase und ambivalente Identifikations-Potenz.

Das könnte jetzt ewig so weitergehen; die Verfasser versprechen bis zu 8.000 Kombinationsmöglichkeiten. Herrlich! Aber – wer im Glashaus sitzt… Viel reden, nichts sagen. Wie oft tun wir das eigentlich in unserem Business?

Eigen-PR, Selbstmarketing, Elevator Pitch…

Eine Netzwerkkollegin sprang neulich beim Gespräch über genau dieses Thema plötzlich aus dem Anzug und grollte:“Ehrlich, ich kann’s nicht mehr hören! Diese ganzen einstudierten Floskeln – jeder ist der Allertollste und bringt die allerbeste Lösung: Das ist doch die totale Übersättigung!“ (Danke für die Inspiration, liebe M.! 😉 )

Erwischt – das ist mir vor ein paar Tagen auch passiert:
Als ich nämlich jemandem auf die Schnelle erklären wollte, was ich beruflich so mache. Ich war noch nicht richtig im Gespräch angekommen, mit den Gedanken woanders – und hörte mich erstmal mehrere Sätze sagen, die  wie aus der Konserve klangen:
Very professional, aber irgendwie einstudiert. Als ich das merkte, musste ich selber lachen, habe die Notbremse gezogen und einfach nochmal neu angefangen.

Grundsätzlich: Ein Elevator Pitch…

…ist wichtig für das eigene Selbstverständnis – was genau mache ich eigentlich, was haben meine Kunden davon und wie bringe ich das in ein oder zweit Sätzen unter? Das übt, ist aber für den Alltagsgebrauch zu einstudiert, unflexibel, unpersönlich.

Also: Wie füllen wir das jetzt mit Leben und reden so darüber, dass es eben nicht einstudiert klingt? Und prüfen auch von Zeit zu Zeit, ob das noch zu uns, unserem Angebot, unseren Kunden passt?

Mit meinen Kunden habe ich die Erfahrung gemacht, dass für die Entwicklung eines unverwechselbaren Profils oft auch Bilder eine große Hilfe sind: Bilder, die  inspirieren und auch solche, die im eigenen Kopf entstehen. Nicht immer nur hirnen, nämlich!

Meine eigene Profilschärfung ist auch immer wieder ein Thema und ich habe mich gefragt: Was könnte denn mein Markenzeichen sein, zumindest für mein eigenes Selbstverständnis? Also los, Brainstorming mit der rechten Hirnhälfte und mal die Phantasie befragen – ein Bild soll her!  Vielleicht ein Tier, ein Gegenstand? Das Meer, ein Space Shuttle, die Zugspitze oder Pippi Langstrumpf?

Lassen Sie Ihrer Phantasie doch auch mal freien Lauf…

Hier gibt es kein richtig oder falsch, albern oder unprofessionell. Was dabei vor Ihrem inneren Auge entsteht, muss nämlich gar nicht unmittelbar für die Außenwelt sichtbar werden, zum Beispiel als Claim oder Logo: Dann ginge ja wieder das Spielerische verloren und das Ergebnis würde formuliert, einstudiert, präsentiert – das hatten wir doch alles schon.

Also nicht analysieren und grübeln, sondern der Phantasie freien Lauf lassen – Gras wächst ja auch nicht schneller, wenn man dran zieht. Und aus dem Ergebnis entsteht wieder ein neues Puzzleteil, das zu Ihrer Profilschärfung beiträgt. Mir kam übrigens tatsächlich Pippi Langstrumpf in den Sinn: Die macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt und sie ist Sachensucherin… und ich bin – Schatzsucherin! Schließlich gehe ich ja mit meinen Kunden auf Schatzsuche…

Und mittlerweile habe ich vor meinem inneren Auge das Bild von einer geöffneten Auster: Mit einer großen, schimmernden, wunderschönen Perle darin. Mal sehen, was ich damit noch anstelle – erstmal ein schönes Foto suchen und dann…? 😉

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