Perspektivwechsel reloaded.

Glaubenssätze mal neu denken?

Ich hatte letzte Woche ein besonderes Erlebnis mit einem Mentoring-Kunden: CEO in einem mittelständischen Unternehmen. Und diese Geschichte ist es wert, erzählt zu werden.

Vorgeschichte: Die Treppe wird ja immer von oben gefegt.

Wenn wir andere führen wollen, hilft es, wenn wir damit bei uns selbst anfangen. Zur Selbstführung gehört, sich selbst auch besser kennen zu lernen: Sich mal bewusst beim Denken zuzuhören – und dabei auch die Trojaner auf der inneren Festplatte zu entdecken, die da häufig im Verborgenen ihr Unwesen treiben.

So funktionieren nämlich manche fiesen Glaubenssätze, die wir irgendwann als Kinder – oder auch im Laufe unseres Erwachsenenlebens – gelernt haben:

Sie booten sich wie eine Malware in unserem Hirn automatisch jedes Mal mit hoch, wenn wir die Kiste anstellen, laufen dann die ganze Zeit im Hintergrund mit und rühren in allem mit herum, was wir fühlen, denken und tun.

All das geschieht, ohne dass wir diese Trojaner bemerken. Deswegen heißt das ja Unterbewusstsein. 😉

Und, Überraschung: Das gilt auch für mich.

Manchmal mogelt sich so ein Fiesling in Form einer negativen Grundüberzeugung unbemerkt wieder mehr in mein Denken und fängt an, im Hintergrund sein Unwesen zu treiben. Deswegen ist es so wichtig, dass wir merken, wenn wir im Autopilot-Modus sind und uns dann genauer beim Denken zuhören. Vom Autopilot auf Handsteuerung umschalten und sich fragen:

“Warte mal… was denke ich da eigentlich – und auf welcher Grundüberzeugung beruht das?”

Also, mein Kunde:

Ein erfolgreicher Vorstand, in seinem bisherigen Leben das, was man einen klassischen High Performer nennt.

Top qualifiziert und sehr leistungsorientiert, klug, ehrgeizig, effizient, eloquent und obendrein eine großartige Führungskraft mit jeder Menge Teamgeist und Einfühlungsvermögen.

Ich durfte in seine Gedanken- und Gefühlswelt und hinter die Kulissen seines Lebens schauen. Und schließlich trat ein solcher – bis dahin unentdeckter – Trojaner auf seiner inneren Festplatte zutage:

Der irgendwann “gelernte” und über viele Jahre fest verankerte Glaubenssatz

“Ich darf niemandem zur Last fallen”.

Die Zeit war reif für ein Update.

Und etwas Wunderbares entwickelte sich, denn aus dieser tiefen, unbewussten Überzeugung wurde:

“Wenn ich über meine Bedürfnisse spreche, gebe ich anderen die Chance, mit mir in Verbindung zu treten.”

Wow – was für ein Satz! ♥

Breitet sich da nicht sofort ein Gefühl der Leichtigkeit aus, ein “Ja, so kriege ich das auch hin”? Und davon kann ich mir selbst auch eine große Scheibe abschneiden, denn auch auf meiner Festplatte treibt ein ähnlicher Halunke manchmal sein Unwesen.😉

The Power of Vulnerability:

Es braucht ein bisschen Mut, sich verletzlich zu zeigen, denn Ihr gebt damit einen Vertrauensvorschuss. Probiert es und dann lasst Euch überraschen:

Das Resonanzprinzip funktioniert nämlich wunderbar, denn wir teilen alle die gleichen Ängste.

Und wenn wir über unsere Unsicherheiten reden und uns damit verletzlich zeigen, tun es die Menschen um uns herzum plötzlich auch.

So entsteht Vertrauen – und das verbreitet sich dann in unseren Familien, unseren Communities und unseren Unternehmen.

Wer andere berühren will, muss selbst berührbar sein: Auch in der Unternehmensführung und im Management. Und jetzt, wo wir uns alle auf unbekanntem Terrain bewegen, erst recht.

All das macht uns nicht schwächer, sondern stärker. Und dafür hilft es, das Visier hochzuklappen: In kleinen, bekömmlichen Schritten.

Mal ausprobieren? 😉

PS: Wenn Du gern jemanden hättest, der mit Dir Deine Gedanken sortiert, lass uns miteinander sprechen, was ich für Dich tun könnte. Per Telefon unter 0172 / 427 88 93 oder per Mail an gutentag@stephanie-wagner.de .

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