Liebe ist ein Tu-Wort. Hamburg, tu’ was!

Ein “ungeplanter” Blogartikel mit einer besonderen Geschichte, abseits vom Business.

Gestern, 17h, die große Kreuzung am Bahnhof Altona. Ich war den ganzen Tag auf der Social Media Week Hamburg, bin gerade seit dem Morgen das erste Mal wieder draußen und habe beim Verlassen der Location erstmal vor Schreck nach Luft geschnappt:

Der mieseste, unerbittlichste eiskalte Ostwind, den ich seit Jahren erlebt habe, und ich bin wahrlich wetterfest.

An der Fußgängerampel warte ich mit ein paar anderen Menschen auf Grün; wir sind alle bis zu den Ohren dick eingepackt. Alle, bis auf eine Frau mittleren Alters, die sich in einem abgenutzten Rollstuhl plötzlich neben mich schiebt. Ich schaue sie an und sehe Armut und Elend:

Lange, graue, ungepflegte Haare, schmutzige Jeans – eines der Hosenbeine ist leer. Ganz leer. Sie trägt nur einen dünnen, verschlissenen Pullover und weder Jacke noch Mütze: völlig ungeschützt gegen diesen fürchterlichen Eiswind.

Ich kann ihr Gesicht nicht sehen, sie schaut zur anderen Seite. Dort steht ein junger Mann, dessen Blick ebenfalls auf sie fällt. Zwei Sekunden, dann nimmt er seinen dicken Wollschal ab und fragt: “Darf ich Ihnen den schenken?” Mir geht das Herz weit auf, sie schüttelt den Kopf: “Nein, dann frieren Sie ja!” (!!!)

Er: “Ich kann gut darauf verzichten”, lächelt und legt ihn ihr um. Der Wind reißt ihn ihr sofort wieder von Schultern, aber jetzt springt die Fußgängerampel auf grün, und sie braucht beide Hände, um den Rollstuhl in Bewegung zu setzen.

Ich frage sie, ob ich den Schal wieder rumwickeln darf – “Oh ja, bitte!” – und mache das, während ich neben ihr her gehe. Ich biete ihr an, sie zu schieben, aber sie bedankt sich mit einem nahezu zahnlosen Lächeln. “Das geht schon!”, sagt sie und dann trennen sich unsere Wege, weil sie abbiegt.

ICH bin jetzt im Warmen und in Sicherheit,

aber mich lässt diese Begegnung nicht los. Hamburg, du bist so eine verdammt reiche Stadt!

Liebe Community, falls Ihr bis hierher gelesen habt: Guckt nicht weg, seid aufmerksam, wenn Ihr Menschen seht, die dieser lebensbedrohlichen Kälte ungeschützt ausgesetzt sind. Sie müssen die Unterkünfte des Winternotprogramms tagsüber verlassen (!) 😡, und die Hundebesitzer dürfen mit ihren Vierbeinern  ohnehin fast nirgends in die Unterkünfte.

Also, jetzt komm’ ich euch mit einem Appell:  😊

Ihr werdet gebraucht!

Handschuhe, Schals, Mützen und eine nicht benötigte Winterjacke gibt’s in jedem Kleiderschrank, oder? ODER?? 😁 😁

Und ein Iglu-Zelt, ein Schlafsack oder eine Isomatte können jetzt lebenswichtig sein, also!

Am Hauptbahnhof gibt es den “Gabenzaun am Hauptbahnhof” (hier auf Twitter und hier auf Facebook) und das Prinzip ist super einfach. Alternativ: Hanseatic Help, das CaFée mit Herz e. V. und diverse andere Sammelstellen nehmen euch die Sachen gern ab. Und ansonsten spendiert einfach mal im Vorbeigehen einen heißen Kaffee, den Ihr beim Bäcker rausholt.

Deal?

#givinglovetotheworld und außerdem ist das Zucker fürs Karma-Konto. 😇

Und ich schicke ein fettes Dankeschön ins Universum an diesen jungen Mann.

Dieser Blogartikel ist der Text aus meinem privaten Facebook-Post, mit dem ich mir das gestern Abend nach dem Heimkommen spontan von der Seele geschrieben habe. Deshalb sind da jetzt eine Menge Emoticons drin und die lass’ ich jetzt auch da.

PS: Und dieser Artikel darf gern geteilt werden.

 

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