Geschafft. Puh!

Na, auch ein bisschen k. o.?

Das Wort, das ich vor allem an den Tagen vor Weihnachten am häufigsten gehört habe, war erschöpft. Viele Menschen sind erschöpft – joa, das Jahr hat uns mächtig durchgepustet und ganz schön viel Kraft gekostet, vor allem mental.

Von jetzt auf gleich: Gewohnte Handlungsrahmen waren plötzlich futsch, Planungssicherheit gab’s kaum bis gar nicht, vieles ließ sich nicht mehr wie bis bisher beeinflussen – geschweige denn steuern oder gar kontrollieren. Puh.

Also haben wir gelernt, auf Sicht zu fliegen und dabei unseren Flexibilitätsmuskel kräftig trainiert: Mächtig Muskelkater inklusive. Wir haben jede Menge Neues gelernt und Vertrautes losgelassen, z. B. unseren gewohnten Perfektionismus:

Oder ist Eure Katze nie während eines Zoom-Meetings im Home Office über die Tastatur marschiert?? 😉 Früher wäre das womöglich rasend peinlich und maximal unprofessionell gewesen, inzwischen stört sich daran niemand mehr. Im Gegenteil. Macht menschlicher und nahbarer und gab auch viel Anlass zu Gelächter – und Gründe zum Lachen konnte es dieses Jahr ja wohl gar nicht genug geben, oder?

Wir haben neue Erfahrungen gemacht und neue Erkenntnisse gewonnen: Auf manches hätten wir dabei vielleicht lieber verzichtet, aber einiges hat uns auch weitergebracht.

Vieles, was früher selbstverständlich war, hat eine ganz andere Bedeutung gewonnen:

Eine Umarmung, Gesundheit, ein fröhlicher Abend mit Freunden… und über die Frage “Was ist mir eigentlich wirklich wichtig?” haben wir vielleicht ganz neu nachgedacht.

Habt Ihr das ähnlich erlebt? Hat sich auch bei Euch der Blick auf manche Dinge geändert?

Mich hat vor einigen Wochen zusätzlich der plötzliche Tod einer Freundin mächtig durchgeschüttelt: Mit Anfang 40, völlig unerwartet, zack – vorbei. Als bei mir die erste Schockstarre nachließ, habe ich mich gefragt:

“Ja, so schnell kann es gehen… Also – was möchte ich denn eigentlich schon seit Jahren in mein Leben holen und schiebe es doch immer wieder auf? Und wie lange will ich denn noch warten??”

Kennt Ihr das? Ups – schon wieder ein Jahr vorbei und immer noch nicht gemacht. “Ich wollte ja schon lääängst, aber…”

Inzwischen habe ich es gemacht. Und es macht mich unfassbar glücklich und tut so gut, und auf einmal ist die Zeit dafür auch da! Wer hätte das gedacht… 😉

Und deshalb: Macht es.

Küsst Eure Liebsten, bevor Ihr aus dem Haus geht, traut Euch an dieses eine Projekt, springt in Pfützen, ruft die Person an, mit der Ihr Euch schon länger aussprechen möchtet, sagt als Erste “Ich liebe Dich”, baut jetzt mit Euren Kids den Drachen und lasst ihn fliegen, bittet um Hilfe, schreibt endlich dieses Buch, pellt Euch ein Ei darauf, was die Leute sagen.

Traut Euch, seid mutig, habt Vertrauen, glaubt an Euch – im Job und privat.

Sucht Euch Menschen, die Euch mit Liebe und Geduld immer wieder dazu ermutigen, unerwünschte Erfahrungen von der inneren Festplatte zu löschen und Euren dominanten Kopf immer mal wieder hinter Herz und Bauch hintenan zu stellen: Für die Erlebnisse und Erinnerungen, die wirklich, wirklich wichtig sind.

Auf Twitter habe ich irgendwo den Satz gelesen: Wir haben keine Angst vor neuer Liebe, nur vor altem Schmerz. Isso, oder? Und dazu fällt mir Mandelas Spruch ein:

“May your choices reflect your hopes, not your fears.”

Jo. Jetzt gucken wir nochmal auf dieses seltsame Jahr zurück und schauen dann nach vorn. Hallo 2021, schön, Dich kennen zu lernen!

Bleibt mutig, fröhlich und zuversichtlich. Alles wird gut. Wir sehen uns, ich freu mich drauf! 😊

Spoiler: Im nächsten Blogartikel erzähle ich Euch von der anderen allerbesten Entscheidung, die ich dieses Jahr getroffen habe. Die betrifft das Business. Welches war Eure beste Entscheidung 2020?

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