Entscheidungen.

Bücher begleiten mich, seit ich denken kann. Ich habe mich schon als Kind ganze Tage in den riesengroßen Ohrensessel meines Vaters gekuschelt (da passte ich so wunderbar quer rein) und lesend die Welt um mich herum vergessen.

Ich war mit Mowgli im Dschungel und mit Captain Bligh auf der Bounty, habe mich durch alles gelesen, was ich in die Finger bekam. Manchmal auch Bücher, für die es zu früh war: “Grube und Pendel” von Edgar Alan Poe hat mich als Zehnjährige bis in den Schlaf verfolgt.

Diese Leselust hat nie aufgehört.

Meine Netzwerkkollegin Christiane Brandes-Visbek hat mich jetzt auf Facebook zu einer Challenge eingeladen: 10 Tage – 10 Bücher. Und weil ich schon mit dem täglichen #10minBlog manchmal an meine zeitlichen Grenzen stoße, habe ich die Einladung gern angenommen, mache aber nur 1x mit und verbinde heute beides miteinander. 😉

Das bedingt, das ich mich für ein Buch entscheiden muss. Schwierig bei der Menge, es musste ein Kriterium her. Ich habe mich gefragt, welches Buch mich und mein Leben am meisten beeinflusst hat, und es ist nicht hochliterarisch, sondern ein Sachbuch: “Die Entscheidung liegt bei dir”, von Reinhard Sprenger.

Meine Ausgabe ist aus dem Jahr 2000, voller Markierungen, handschriftlicher Notizen, abgestoßener Ecken. Dieses Buch hat den Ausschlag gegeben, dass ich vor vielen Jahren eine sehr maßgebliche Entscheidung getroffen habe, ohne die mein Leben völlig anders verlaufen wäre.

Sprenger haut dem Leser den nassen Lappen rechts und links um die Ohren: Sag nicht, du hast keine Wahl – du hast sie IMMER. Du kannst dich für oder gegen etwas entscheiden, du musst lediglich bereit sein, den jeweiligen Preis zu zahlen. Du kannst alles tun. Und alles hat Konsequenzen. Glück ist nicht etwas, das dir zustößt, sondern das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenen Handeln. O-Ton: “Leiden ist leichter als Handeln, und für die Erfüllung meiner Wünsche bin ich selbst verantwortlich.”

Was du wirklich willst, das tust du – und was du nicht tust, das willst du eben nicht wirklich, weil dir der Preis zu hoch ist. Die Angst vor der Freiheit und vor der Verantwortung, das Verharren “im möblierten Sicherheitscontainer”: Sprenger wertet all das überhaupt nicht, es geht ihm nicht um eine moralische Sicht, er sagt nur:

Du hast die Wahl.

Ich nehme das Buch heute noch, nach fast 20 Jahren, immer wieder zur Hand. Und wenn ich mich auf die Beratungstermine mit Kunden vorbereite, stehe ich jedes Mal vor dem Bücherregal und entscheide aus dem Bauch heraus, welche ich mitnehme: Weil sie heute für genau diesen Kunden hilfreich sein könnten. Der Sprenger ist oft dabei, denn auch Unternehmer brauchen immer mal wieder Klarheit über die Autonomie ihrer Entscheidungen.

Ich lasse mir von ihm auch selber ab und zu wieder gern den besagten nassen Lappen um die Ohren hauen, wenn ich mit einer Situation “rumhüsere”. Eine Weile drin lesen, zuklappen, Entscheidung treffen. Hilft immer.

*Werbung ohne Auftrag*

Liebe Christiane, vielen Dank für dieses Thema!

Für meine #10minBlog-Artikel stelle ich mir den Timer auf 10 Minuten und schreibe sie in eins durch: Ohne Konzeption und ohne große Recherche. Warum ich das so mache, kannst du im Artikel von Tag 1  „Neu: Gedankensprudel!“ nachlesen. Unter dem Hashtag #10minblog findest du auf Twitter alle Artikel dieses Formats, bei dem inzwischen auch andere Blogger mitmachen.

Mittlerweile habe ich mir allerdings angewöhnt, nach dem In-eins-Durchschreiben drei, vier Sätze als als Überschrift zu formatieren: Ich schreibe meine Texte zwar nie nach SEO-Kriterien, aber über Überschriften freut sich Google. Und das ist die einfachste SEO-Maßnahme. 😉

 

 

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