Tipps für eine gelungene Website, Teil 2

Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Supermarkt,  Website und Säbelzahntiger:

Im ersten Teil der Serie habe ich veranschaulicht, warum sich häufig schon auf der Startseite entscheidet, ob ein Besucher dranbleibt oder wegklickt.  Und ich hatte Ihnen ein aus meiner Sicht gelunges Beispiel für eine übersichtliche und einladende Startseite versprochen.
Hier ist es es!

Natürlich sind die Geschmäcker verschieden, und die Anforderungen wechseln je nach Branche. Ob sich Ihre Website mehr an Firmenkunden (B2B) oder überwiegend an Endverbraucher (B2C) richtet, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle.  Hier kommt das wirklich gelungene Entrée der Verdener Keks- und Waffelfabrik Hans Freitag :

 

Startseite Herz

Die Firma Hans Freitag produziert Gebäck und Waffeln: Das ist unverkennbar 😉 – und damit die maßgebliche erste Information. Erinnern Sie sich an den Vergleich mit dem Eingangsbereich eines Supermarktes? Auf den ersten Metern gibt es noch kein Warenangebot und der Kunde hat Zeit, um sich zu orientieren. Dann erst ist er wirklich aufnahmebereit.

Hier wurde genau das berücksichtigt. Der Besucher „betritt“ eine übersichtliche, einladende Startseite und muss sich erstmal nur für die gewünschte Sprache entscheiden: Wegen des hohen Exportanteils eine wichtige Option. Die Website richtet sich sowohl an Handelspartner bzw. Importeure weltweit als auch an den Endverbraucher, letzteres vorwiegend im deutschsprachigen Raum.

Weiter geht’s:

Startseite AFM

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In meiner  Negativliste vom 26. Juli 2013 hatte ich genüsslich in den Sarkasmustopf gegriffen: Bloß keine Bilder (schon gar keine „echten“) und bereits auf der Startseite ganz viel Text.  Eine unübersichtliche Navigation ist auch wichtig – schließlich sucht jeder gern auf einer Website herum, wo es jetzt weiter geht… 😉

Sowas gibt’s leider viel zu oft – da guckt sich wahrscheinlich niemand aus dem Unternehmen die firmeneigene Website einfach mal aus der Sicht eines Besuchers an. Auf der Hans-Freitag-Seite ist die Umsetzung sehr gut gelungen und vor allem passt sie zum Unternehmen: Seit drei Generationen inhabergeführter Mittelständler mit einem weltweiten Vertriebsnetz, bodenständig und traditionsbewusst, zugleich innovativ und  hocheffizient. Diese „Mixtur“ spiegelt sich in der Gestaltung der Seite wider.

Die wichtigsten Kriterien für eine Startseite sind erfüllt:

  1. Es zeigt sich ein Mensch und zwar ein echter:
    Die Geschäftsführerin, Enkelin des Firmengründers. Hinter jedem Firmennamen und jeder Angebotspalette stehen Menschen, die das  Unternehmen unverwechselbar machen. Wenn SIE keine welt- oder zumindest deutschlandweit bekannte Marke vorweisen können, z. B. die mit dem Stern oder die mit dem Apfel, dann zeigen Sie sich ebenfalls!
    Übrigens: Auch WENN Sie Produkte mit diesen beiden Logos verkaufen, können Sie Ihrer Website mit Ihrem eigenen Bild eine „Persönlichkeit“ geben. Sie prägen Ihr Unternehmen: Ihre Ideen und Konzpte, Ihre Persönlichkeit und folglich Ihr Team! Das, was Sie von Ihren Mitbewerbern und deren vergleichbarem  Angebot mit Stern oder Apfel unterscheidet, sind doch schließlich Sie – oder?

    Der „Inhaberbonus“ ist unbezahlbar – wuchern Sie mit diesem Pfund!
    Zu dem Thema demnächst mehr…

  2. Es gibt eine (!) übersichtliche Navigationsleiste,.
    Um Missverständnissen vorzubeugen, noch einmal ein Feststellung aus dem vorherigen Beitrag: Wenn Sie in der Medien- bzw Webdesignbranche tätig sind, können besonders  kreative oder innovative „Spielereien“ auf der Startseite durchaus angebracht sein: Mit  solchen Appetithappen zeigen Sie schon mal, was Sie können. Aber wir gehen hier von „Otto-Normal-Websitenbesucher“ aus.
  3. Der Startbereich ist nicht mit Text überfrachtet. Die Seite ist aufgeräumt und klar, aber trotzdem ansprechend und nicht zu „clean“.
  4. Als kleines Schmankerl zeigt ein sogenannter Clever Clip in Zeichentrickform eine anderthalbminütige Zeitreise durch die Firmengeschichte. Sowas ist natürlich kein Muss, aber erstens: Bewegte Bilder können gerade auf der Startseite ein Hingucker sein. Zweitens: Das Video beginnt erst, nachdem man es angeklickt hat. Es gibt leider viele Seiten, auf denen sofort irgend ein Sound losplärrt – ohne rasche Möglichkeit, ihn wieder abzustellen. Auch das hat sich in den betreffenden Unternehmen scheinbar noch nie jemand aus Kundensicht angeschaut: Die meisten Menschen bestätigen nämlich, dass sie von solchen akustischen Aufdringlichkeiten fürchterlich genervt sind und ganz fix weiterklicken.

Cursor_dhester_morguefile

Nochmal: Das ist nur ein Beispiel von vielen. Was gestalterisch für ein Unternehmen stimmig und passend sein mag, kann für ein anderes völlig daneben liegen. Es muss also PASSEN. Aber letztlich entscheidet der Besucher unserer Seite – sozusagen virtuelle Abstimmung mit den Füßen.  Also gilt auch hier einer der wichtigsten Grundsätze in Vertrieb und Marketing:
„Der Wurm soll dem Fisch schmecken – nicht dem Angler.“ 😉

Thema des nächsten Beitrags:
Der Unternehmer – das unbekannte Wesen?

Als Appetithappen dazu ein traumhafter Ausspruch von Arthur Schopenhauer:
„Man gebrauche gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.“

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