Was hat Ihr Wunschkunde mit einer Domina gemeinsam?

„Wunschkunde? Wir sind hier doch nicht bei ‚Wünsch dir was‘.  Und Ponyhof und überhaupt…“

Das war früher oft die Reaktion, wenn es um das Thema Wunschkunde ging. Inzwischen ist der Typ salonfähig geworden und trotzdem ist er irgendwie nicht richtig greifbar; das reinste Fabelwesen. Was also ist denn nun ein Wunschkunde? Ja… Ich weiß nicht – vielleicht der, der den meisten Umsatz macht? Oder die wenigsten Probleme?

Wunschkunden und Esstische.

Vor einigen Jahren, noch vor Beginn meiner Selbständigkeit, las ich in der Wochenendzeitung das Portrait einer schwer angesagten Hamburger Innenarchitektin. Und eine Aussage dieser Dame hat mich damals elektrisiert: „Ich arbeite nur noch mit Kunden, die ich auch gern bei mir zuhause am Esstisch hätte.“ Bäm!! Wow, dachte ich – wie genial wäre das denn??

Und genau diese Frage stelle ich heute meinen Kunden:

Wie müsste der Kunde gestrickt sein, den Sie prinzipiell gern bei sich zuhause am Esstisch hätten? Wir sind jetzt mal nicht ganz so radikal wie besagte Innenarchitektin – das heißt nämlich nicht, dass Sie alle anderen tatsächlich kategorisch ablehen würden. Und es bedeutet auch nicht,  dass dieser Mensch wirklich sämtliche gewünschten Merkmale aufweisen müsste.

Aber für wen soll Ihr Angebot unwiderstehlich sein – auf welche Kunden hätten Sie so richtig Lust?

Überlegen Sie mal: Das ist der „Typ Mensch“, mit dem Sie richtig gut zusammen arbeiten können. Der tickt so wie Sie, von dem wissen Sie, dass Sie die gleiche Sprache sprechen und gemeinsame Werte teilen. Mit dem können Sie sich wunderbar austauschen, weil die Kommunikation einfach klappt! Deshalb können Sie auch in dessen Kopf, Herz, Bauch und Schuhe schlüpfen und auf diese Weise rauskriegen, wo den der Schuh drückt.

Herz auf Holzbank

Und dann wissen Sie nämlich auch, wie Sie Ihr Angebot für ihn so richtig verlockend machen können – was der auf Ihrer Website lesen möchte und wie ein Flyer aussehen sollte, den er echt schick findet. Entwickeln Sie vielleicht schon eine Ahnung, wie dieser Mensch gestrickt sein müsste?

Zurück zur Esstisch-Frage: Wenn ich die gestellt habe, nicken meine Beratungskunden immer nachdrücklich – und gucken aber manchmal trotzdem noch etwas ratlos. Klarer wird es, wenn ich dann meinen eigenen Wunschkunden vorstelle, denn ich habe mir natürlich auch Gedanken darüber gemacht, mit wem ich so richtig gut zusammen arbeiten könnte. Hätten Sie das auch gern mal als konkretes Beispiel?

Also: Wunschkundenprofiling, meins.

  • Alter: Anfang 30 bis egal
  • Dienstleister mit ganz viel Spaß an seinem Job
  • ist  ehrgeizig, begeisterungsfähig und initiativ, hat Lust auf und den Willen zum Erfolg.
  •  ist sich des Wertes seiner Arbeit bewusst und bereit, dafür ein angemessenes Honorar zu verlangen: Verdient gern richtig gutes Geld.
  • gibt gern Geld aus für hochwertige Produkte, braucht das aber nicht für’s Selbstwertgefühl.
  • glaubt an das Gute im Menschen, ist interessiert an Umweltschutz und sozialen Themen, mag Tiere und Natur
  • kann sich selbst gut reflektieren, ist neugierig, lernfreudig und bereit, die Perspektive zu wechseln und neue Wege auszuprobieren
  • kann sagen, was er/sie braucht bzw. stört = sorgt gut für sich
  • ich muss mit ihm/ihr lachen können
  • spricht am liebsten über das, was geht – und nicht darüber, was nicht geht
  • weiß den Wert meiner Arbeit zu schätzen, bezahlt meine Rechnungen pünktlich und gern.

Das ist für mich 100 Prozent Wunschkunde. Und Sie so?

Nochmal: Das heißt natürlich nicht, dass das alles immer zutreffen muss – aber die Richtung sollte schon stimmen. Und falls ein potenzieller Kunde so ganz anders gestrickt ist als Sie und Sie den Auftrag aber trotzdem annehmen, weil Sie aus anderen (z. B. finanziellen) Gründen nicht widerstehen können: Dann wissen Sie genau,  worauf Sie sich einlassen.

Dominas in der Steuerberatung.

Zurück zum Titel dieses Blogartikels. Eine Kundin von mir ist Steuerberaterin (ja, ich darf das hier erzählen! 🙂 ) und wir haben das Thema Wunschkunden natürlich ebenfalls ausführlich behandelt. Nach längerem Überlegen brachte sie es herrlich auf den Punkt:

„Mein Wunschkunde ist eine Frau, die sich selbständig gemacht hat mit etwas, wofür sie brennt und was sie mit absoluter Überzeugung macht – dann ist mir die Branche völlig egal. Und wenn sie Domina ist, dann ist sie eben Domina. Ich hätte wahrscheinlich zu Anfang einen dauerhaft hochroten Kopf, aber wenn wir uns menschlich gut verstehen und sie damit kein Problem hat, dass ich mich erstmal daran gewöhnen muss: So what!“

Und nun zu Ihnen: Wen hätten Sie denn prinzipiell gern bei sich zuhause am Esstisch?

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    • Wunderbar, Katrin! Viel Vergnügen dabei – ich freu‘ mich auf das Ergebnis! 🙂

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