Marketing: Tipps für eine gelungene Website, Teil 3

Storytelling in der

Unternehmenskommunikation.

Kennen Sie, oder?

Das ist schließlich seit geraumer Zeit im Marketing total en vogue. Authentizität ist ebenfalls schwer angesagt: Zahlen, Daten, Fakten sind out, emotionale Ansprache des Kunden ist in. Schöne, neue Welt?

Eigentlich ist Storytelling eine tolle Sache: Man stellt ein Unternehmen bzw. eine Marke so  dar, dass „die Geschichte dahinter“ sichtbar wird. Kunden wollen schließlich von Menschen kaufen und wisssen, wen sie da vor sich haben. So sorgt gutes und ehrliches Storytelling für mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen – großartig!

Leider ist das mit der Glaubwürdigkeit inzwischen so eine Sache.

Mittlerweile verbreitet sich nämlich die Unsitte, keine „wahren“ Geschichten mehr zu erzählen. Stattdessen werden immer öfter jede Menge angeblich authentische Storys kreiert und kundenwirksam aufbereitet: Im Internet und in Printanzeigen, in Werbespots und Akquisemailings.

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Und was macht der Kunde?
Klappt langsam, aber sicher alle Zugbrücken hoch.
Glaubt inzwischen gar nichts mehr und geht grundsätzlich erstmal davon aus, dass „die sowieso alle nur an mein Geld wollen, einer wie der andere“. Sackgasse, Ende der Fahnenstange – und des Vertrauens sowieso schon lange. Schade eigentlich!

 

Ehrlich währt am…

Sie sind Freelancer oder haben ein kleines bis mittelständisches Unternehmen? Und Sie lieben, was Sie tun? Dann sind Sie fein ‚raus: Sie müssen nämlich keine Story stricken, Sie haben eine und zwar eine glaubwürdige. Und authentisch sind Sie auch – wetten?

Seit dem zuletzt veröffentlichten Teil 2  dieser Serie war hier auf dem Blog zunächst ein thematischer Schlenker dran: Warum der Inhaberbonus  grundsätzlich das Pfund ist, mit dem Sie in Ihrer Unternehmenskommunikation wuchen sollten. Dieser Aspekt spielt im heutigen Beitrag eine maßgebliche Rolle, denn er ist die Grundlage für die  „wahre Geschichte“, die Ihre Kunden wirklich interessiert.

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Heute geht es auf dieser Basis wieder explizit um Ihre Website und zwar in Bezug auf Sie persönlich:
Ihre Mitbewerber sind nämlich nur einen Klick entfernt –
und den  entscheidenden Unterschied machen SIE aus.


Maren Martschenko
, Inhaberin der gleichnamigen Markenberatung, hat kürzlich einen wirklich lesenswerten, vielbeachteten Blogartikel zum Thema „Das Marketing im Mittelstand ist am Ende“ veröffentlicht. Darin ging  es unter anderem um Glaubwürdigkeit und die folgende Aussage: „Entscheider identifizieren sich viel stärker mit dem Grund, warum ein Unternehmer etwas tut, als mit der Beschreibung dessen, was ein Unternehmen kann.“

Lassen Sie sich den Satz für einen Moment auf der Zunge zergehen.

Dann könnten Sie  –  abhängig von Ihrer Kundenstruktur oder Ihrer Vorliebe – Entscheider durch Kunden ergänzen bzw. ersetzen und Sie haben den perfekten Grund, sich auf Ihrer Unternehmenswebsite im besten Wortsinn zu zeigen, denn:

Die beste Marke sind Sie selbst.

Natürlich sind Sie stolz: Auf Ihren Laden, Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung.  Und das zu Recht – denn Sie sind richtig gut. Wenn der Kunde bei Ihnen kauft, hat er einfach  mehr davon, als wenn er zur Konkurrenz geht – und genau das Gefühl sollten Sie ihm schon auf Ihrer Website vermitteln. Aber wie? Einfach drauflos trommeln und aufzählen, was Sie alles können?
Rufen wir uns die bereits zitierte Aussage nochmal in’s Gedächtnis:

Entscheider identifizieren sich viel stärker mit dem Grund, warum ein Unternehmer etwas tut, als mit der Beschreibung dessen, was ein Unternehmen kann.“

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Alle Bilder: www.morguefile.com

Also – wofür sind Sie angetreten? Was bringt Ihre Augen zum Leuchten und worauf sind Sie stolz? Gehen Sie auf Schatzsuche und und stellen Sie sich folgende Fragen:

* Warum habe ich mich gerade für dieses Business entschieden?
* Was liebe ich am meisten an meiner Arbeit?
* Woran soll man denken, wenn mein Name fällt?

Rollen Sie sich selbst doch mal den roten Teppich aus.

Werden Sie Ihr eigenes Trüffelschwein, machen Sie sich bewusst, worin Sie einzigartig sind. Und dann sehen Sie sich die  Schätze  an, die da vor Ihnen liegen und Sie anfunkeln: Genau das prägt Ihr Unternehmen, Ihr Angebot, Ihre Mitarbeiter, Ihren Service – das macht Sie unverwechselbar. Zeigen und sagen Sie Ihrem Kunden schon auf Ihrer Website, wer Sie sind und wofür Sie stehen: Sie ganz persönlich.  Damit werden Sie und Ihr Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes „greif-bar“ und „glaub-würdig“. So geht gutes Storytelling!

Und noch etwas: Ein Bild sagt mehr als…

Wie sieht der Mensch aus, der hinter diesem Unternehmen, diesen Grundsätzen und Überzeugungen steht? Ja, wir sprechen über mindestens ein Foto! Und zwar eines, auf dem Sie sich richtig gut gefallen, auf dem Sie im wahrsten Sinne des Wortes „gut rüberkommen“ und das Ihre Persönlichkeit sicht-bar macht.

Ganz klar: Da muss ein Profi  ‚ran. Sie finden sich „überhaupt nicht fotogen“? Ich kann Sie beruhigen – so geht’s mir auch. Für mich kam eine Sitzung beim Fotografen auf der nach oben offenen Gruselskala immer noch hinter einem Besuch beim Zahnarzt und die Ergebnisse landeten meistens in der Tonne, weil ich sie einfach furchtbar fand.

Aber auch ich brauchte für meine Website Bilder. Also habe ich mich auf die Suche nach Portraiteinem Profi gemacht, mit dem die Chemie stimmt – und über eine Empfehlung genau den Richtigen für mich gefunden. Wir haben in einem genialen Briefing tolle Ideen entwickelt und das anschließende ausführliche Shooting hat sogar richtig Spaß gemacht!

Ich bin dafür 120km pro Strecke gefahren und habe einen  angemessenen Preis bezahlt (neugierig auf diesen fabelhaften Fotografen? Bitte →hier entlang). Und jeder Euro war es wert, denn dafür habe ich jetzt zum ersten Mal Fotos, die mir richtig gut gefallen und auf meiner Website einen individuellen Eindruck ermöglichen: „Guckt mal, DAS bin ich.“

Es geht folglich kein Weg daran vorbei: Suchen Sie sich einen wirklich guten Fotografen!  🙂

So – und was hat Ihr Kunde nun von all dem, was Sie Ihm auf Ihrer Website vermitteln möchten? Was nutzt es ihm, dass es Sie gibt? Sind Sie ein Kundenversteher?
Genau das ist Thema im nächsten Teil dieser Serie:

 „Zielgruppe – um wessen Ziele geht’s hier eigentlich?“

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4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Stephanie, schöner Artikel! „Die beste Marke sind Sie selbst“… das unterschreibe ich sofort! Der Inhaberbonus ist von vielen unterschätzt. Auch die Empfehlung, mit einem guten Fotografen zu arbeiten, ist wichtig und richtig! Die Bilder meiner Fotografin Dorothee Elfring http://www.businessmenschen.com/ machen meine Webseite lebendig.

    • Liebe Maren,
      merci vielmals :)! Es macht mir unglaubliche Freude, als „Trüffelschwein“ herauszufinden, wie ein Unternehmen tickt. Und oft wird dem Kunden erst während dieser gemeinsamen Schatzsuche bewusst, was ihn eigentlich so einzigartig macht – das ist dann besonders schön. Danke für den Tipp mit deiner Fotografin – die ist ja großartig!

  2. Liebe Stehpanie, ein toller Artikel, der wirklich ein Grübeln auslöst.

    Ich habe ein Buch zum Thema Human Branding gelesen, da lautete der Untertitel „Die stärkste Marke sind Sie selbst“. Ich stimme mit der Aussage 100% überein, egal ob nun die stärkste oder die beste. Wer sich selbst hinter sein Unternehmen stellt (oder heißt es in diesem Zusammenhang besser VOR sein Unternehmen), der macht doch eher einen Eindruck als hätte er nichts zu verbergen, als jemand der lieber nicht namentlich genannt oder mit der Firma in Verbindung gebracht werden will.

    Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum CEO Blogs so erfolgreich sind bzw. jene Unternehmen stärker vom Blog profitieren als andere mit „normalen“ Blogs?

    • Hallo Robert,
      vielen Dank! Deine Aussage mit den CEO-Blogs kann ich voll unterschreiben: 2012 zum Beispiel hat der „Keksblog“ der Verdener Keks- und Waffelfabrik den Preis für den besten Corporate Blog gewohnen und sich damit gegen Konkurrenten wie CNN und Otto durchgesetzt. Hier bloggt (zusammen mit einer Mitarbeiterin) die Chefin herself: Die Zugriffszahlen auf Blog und Facebookseite steigen unaufhörlich und die Leser/Fans sind voller Begeisterung dabei. Das lebt, schafft Vertrauen, sorgt für PR und macht allen Beteiligten Spaß – so soll’s sein.

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