Sprechen Sie hamburgisch?

Ich oute mich am Besten gleich zu Anfang als Quiddje – also verneine ich diese Frage mal ganz fix , damit ich nicht umgehend der Stadt verwiesen werde. Das wäre vor allem dann die Konsequenz, wenn ich bereits zu  Beginn dieses Artikels meinen Geburtsort preisgäbe… 😉

Mors Mors

Ich bin auf jeden Fall 100% nordisch by nature und deshalb ein absoluter Fan des Plattdeutschen, auch wenn ich es nicht „fließend spreche“. Übrigens war Niederdeutsch in  Hamburg  bis in die Neuzeit die offizielle Amtssprache. Es ist  kraftvoll und auch verschmitzt: „Klei mi an’n Mors“ hört sich einfach viel netter an als, naja, das Götz-Zitat eben. 😉

Im Plattdeutschen snackt man außerdem viel  in Bildern: Das macht diese Sprache knackig und füllt sie mit prallem Leben. Und da schließt sich der Kreis:
Auch professionelle Texte werden bekanntermaßen dadurch anschaulich, dass sie Bilder im Kopf erzeugen.  Deshalb gibt’s hier immer mal wieder besonders gelungene Beispiele aus dem Plattdeutschen.

Los geht’s heute mit dem Begriff bregenklöterich:

Jemand ist bregenklöterich, wenn er  ein bisschen durcheinander, verrückt oder auch trübsinnig ist.
Opa is al bannig bregenklöterich, bedeutet, dass der alte Herr nicht mehr alles auf die Reihe kriegt und schon reichlich tüterich ist. Der Bregen ist das Gehirn oder der Schädel (vgl. englisch ‚brain‘), klötern heißt klappern oder rasseln. So ist im Plattdeutschen mal wieder ein überaus anschaulicher Audruck entstanden für einen Zustand, bei dem „das Gehirn im Schädel klappert“.

Fortsetzung folgt. Uund falls Sie noch tolle Beispiele haben für anschauliche Sprachbilder aus dem Plattdeutschen: Sehr gern! Die müssen auch nicht explizit aus dem „Hamburger Sprachraum“ kommen – ich als gebürtige Bremerin darf das sagen… 😉

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