Profilschärfung, Elevator Pitch und anderes Blabla?

Gestern, Tatort Buchhandlung:
Eine Phrasendreschmaschine – die muss mit!!

 

Phrasendreschmaschine2

Phrasendreschmaschine1

Großartig – jede Menge verbale Nebelbomben!

Die eine Seite bedient die konservative Fraktion, da entstehen so wundervolle Kreationen  wie nationale Schicksals-Bewältigung oder historische Geistes-Verstrickung…

Drehen wir das Ganze um, landen wir im progressiven Lager und stoßen auf emanzipatorische Innovations-Phase und ambivalente Identifikations-Potenz.

Das könnte jetzt ewig so weitergehen; die Verfasser versprechen bis zu 8.000 Kombinationsmöglichkeiten. Herrlich! Aber – wer im Glashaus sitzt… Viel reden, nichts sagen. Wie oft tun wir das eigentlich in unserem Business?

Eigen-PR, Selbstmarketing, Elevator Pitch…

Eine Netzwerkkollegin sprang neulich beim Gespräch über genau dieses Thema plötzlich aus dem Anzug und grollte:“Ehrlich, ich kann’s nicht mehr hören! Diese ganzen einstudierten Floskeln – jeder ist der Allertollste und bringt die allerbeste Lösung: Das ist doch die totale Übersättigung!“ (Danke für die Inspiration, liebe M.! 😉 )

Erwischt – das ist mir vor ein paar Tagen auch passiert:
Als ich nämlich jemandem auf die Schnelle erklären wollte, was ich beruflich so mache. Ich war noch nicht richtig im Gespräch angekommen, mit den Gedanken woanders – und hörte mich erstmal mehrere Sätze sagen, die  wie aus der Konserve klangen:
Very professional, aber irgendwie einstudiert. Als ich das merkte, musste ich selber lachen, habe die Notbremse gezogen und einfach nochmal neu angefangen.

Ganz klar: Ein Elevator Pitch…

…ist wichtig für das eigene Selbstverständnis – was genau mache ich eigentlich und was haben meine Kunden davon? Das kann man übrigens auf Twitter richtig gut trainieren beim sogenannten „Mopi“ der Akquisefachfrau Martina Bloch. „Mopi“ steht für „Montagspitch“ und wird hier erklärt. Probieren Sie das ruhig mal aus – das übt ungemein! 😉

Als Nächstes: Wie füllen wir das jetzt mit Leben und reden so darüber, dass es eben nicht einstudiert klingt? Und prüfen auch von Zeit zu Zeit, ob das noch zu uns, unserem Angebot, unseren Kunden passt? Markenberaterin Maren Martschenko sprach neulich in einem Artikel von der Marke als DauerbaustelleZitat: „Markenbildung und -Positionierung ist ein Prozess, der niemals endet.“ Recht hat sie!

Pippi Langstrumpf_Kino de

Quelle: kino.de

Mit meinen Kunden habe ich die Erfahrung gemacht, dass für die Entwicklung eines unverwechselbaren Profils oft auch Bilder eine große Hilfe sind: Bilder, die  inspirieren und auch solche, die im eigenen Kopf entstehen. Nicht immer nur hirnen, nämlich!

Meine eigene Profilschärfung ist auch immer wieder ein Thema und ich habe mich gefragt: Was könnte denn mein Markenzeichen sein, zumindest für mein eigenes Selbstverständnis? Also los, Brainstorming mit der rechten Hirnhälfte und mal die Phantasie befragen – ein Bild soll her!  Vielleicht ein Tier, ein Gegenstand? Das Meer, ein Space Shuttle, die Zugspitze oder Pippi Langstrumpf?

Lassen Sie Ihrer Phantasie doch auch mal freien Lauf…

Hier gibt es kein richtig oder falsch, albern oder unprofessionell. Was dabei vor Ihrem inneren Auge entsteht, muss nämlich gar nicht unmittelbar für die Außenwelt sichtbar werden, zum Beispiel als Claim oder Logo: Dann ginge ja wieder das Spielerische verloren und das Ergebnis würde formuliert, einstudiert, präsentiert – das hatten wir doch alles schon.

Also nicht analysieren und grübeln, sondern der Phantasie freien Lauf lassen – Gras wächst ja auch nicht schneller, wenn man dran zieht. Und aus dem Ergebnis entsteht wieder ein neues Puzzleteil, das zu Ihrer Profilschärfung beiträgt. Mir kam übrigens tatsächlich Pippi Langstrumpf in den Sinn: Die macht sich die Welt, wie sie ihr gefällt und sie ist Sachensucherin… und ich bin – Schatzsucherin! Schließlich gehe ich ja mit meinen Kunden auf Schatzsuche…

Und mittlerweile habe ich vor meinem inneren Auge das Bild von einer geöffneten Auster: Mit einer großen, schimmernden, wunderschönen Perle darin. Mal sehen, was ich damit noch anstelle – erstmal ein schönes Foto suchen und dann…? 😉

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3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Vielen Dank fürs Zitieren und vielen Dank für diesen wertvollen Beitrag! Diese einstudierten Elevator-Pitches finde ich auch grässlich. Das Bild von Pippi Langstrumpf gefällt mir gut: Sie macht ihr Leben, wie es ihr gefällt! So sollten wir es auch mit unserem Business handhaben und uns nicht an den Standards aus vergangenen Zeiten orientieren…
    Um Bilder in den Köpfen zu kreieren, stelle ich meinen Kunden folgende Fragen:
    Stellen Sie sich vor, Ihr Angebot wäre eine Landschaft, welche wäre es? Stellen Sie sich dann vor, es wäre ein Musikstück, eine Essensgericht, eine Farbe? Diese spielerische Übung bringt einen dazu, abseits der einstudierten Floskeln neu über sein Business zu sprechen, neue Assoziationen und Erkenntnisse zu wecken. Immer wieder spannend!
    Beste Grüße, Maren Martschenko

    • Liebe Maren,
      Landschaft, Essen, Farbe, Musikstück – was für fabelhafte Brücken lassen sich damit bauen, den Blick weiten und neue Ideen Raum geben!! Es ist so viel Platz für Neues da, wenn man bloß mal die bekannten Wege verlässt. Neulich hat eine Kundin zu mir gesagt, sie fände es großartig, dass man mit mir auch „auf dem Grünstreifen“ gehen kann: Eines der schönsten Komplimente ever. 🙂 Vielen Dank für deine tolle Rückmeldung!

      • „Auf dem Grünsstreifen gehen“ … es sind genau diesen wunderbaren individuellen Kundenfeedbacks einem selbst auch helfen, das eigene Profil individuell zu schärfen. So ein Bild mit Grünstreifen und diesem Zitat wäre doch etwas für den Header, was meinst Du?

        Viele Grüße
        Maren

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