Positionierung funktioniert von innen nach außen!

 „Ich will nur das Beste für dich!“

Kennen Sie, oder? Diese Aussage klingt erst mal richtig gut – wenn sie denn stimmt. Tut sie das? Und was hat das mit Positionierung zu tun? Eine ganze Menge.

Wie ich mich nach außen positioniere, hängt sehr davon ab, wie ich in meinem Inneren aufgestellt bin. Worauf richtet sich meine Aufmerksamkeit, mit welchen Glaubenssätzen bin ich unterwegs und was für Menschen habe ich um mich?

Den Ausschlag für diese Überlegungen gab der Facebook-Post einer Freundin neulich. Drei Fotos und dazu als Text nur ein entscheidendes Wort. Ich darf die Fotos verwenden, also:

Marita_Begleiter1Marita_Begleiter2Marita_Begleiter3

Das besagte eine Wort als Text lautete Begleiter...
Bei mir setzte Kopf- und Herzkino ein.  Morgensonne, Wiesen, Weite, Stille und „Momo“ ( der Hund 😉 ): Das sind großartige Begleiter für den Tagesbeginn, ganz nach meinem Geschmack.
Dann schob sich in meinem Kopf eine Frage mit Nachdruck nach vorn auf die Bühne: Was für Begleiter habe ich eigentlich sonst so in meinem Leben?

Wer tut mir gut und wer eher nicht  – wer macht mir Mut, wenn mir meiner gerade abhanden kommt?

Silke Loers veröffentlichte kürzlich einen Blogartikel zum Thema „Selbstständigkeit ist kein Sprint“  (  lesen? ). Fabelhafte Überlegungen, gekrönt mit folgender Aussage von Simone Happel:

„Selbständigkeit ist die beste Methode zur Selbsterkenntnis.“

Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren selbständig – aus tiefster Überzeugung, mit großer Begeisterung und wachsendem Erfolg. Mit dem Erfolg ist es natürlich so eine Sache: Das ist selten ein linearer Prozess, vielmehr geht es gerade in der ersten Zeit ordentlich rauf und runter. Durststrecken, Auftragslöcher, Durchhänger. Oha, das wird hier alles nix…

Dann sieht man sich nachts um drei, wenn die Sorgengespenster riesengroß werden, demnächst schon im Kittel hinter der Discounterkasse Platz nehmen oder gleich Hartz IV beantragen. Schwachsinnsidee, diese Selbständigkeit – dafür hast du blöde Kuh deinen gut bezahlten Angestelltenjob aufgegeben!

Keramikengel_Anja

Foto: Anja Lange

Katzenjammer: Alle Gründer kennen das. Und nun wird es spannend… Wem gestehen Sie diese Nöte, bei wem fühlen Sie damit gut aufgehoben, wer macht Ihnen jetzt Mut? Anders gefragt: Was für Begleiter haben Sie in Ihrem Leben – und mit welchen Reaktionen müssen/können Sie rechnen?

Bitte ankreuzen:

o „Du musstest dich ja unbedingt selbständig machen.“
o „Alles halb so wild: Du bist die richtige Frau am richtigen Platz zur richtigen Zeit. Komm, ich päpple dich wieder auf.“

Welche Begleiter in Ihrem Umfeld gehören zur ersten Sorte und welche zur zweiten? Wer ist eher ein Bremser und Bedenkenträger.. und wen zählen Sie zu Ihren Unterstützern und Ermutigern?

Wohlgemerkt:
Es geht hier nicht um kritiklose Ja-Sager, die undifferenziert alles abnicken, was wir  veranstalten. Denn manchmal muss man uns auch mit einem wohlwollenden (!) „Schatz, wir müssen reden“ 😉 auf Dinge hinweisen, die wir eventuell aus den Augen verloren haben: Weil wir uns vielleicht gerade verzetteln oder Situationen falsch einschätzen.

Und ich spreche natürlich von halbwegs kalkulierbaren Risiken – keine Himmelfahrtskommandos, bei denen Haus & Hof oder Leib & Leben auf dem Spiel stehen.

Damit sind wir wieder bei „Ich will nur das Beste für dich.“
Will derjenige wirklich das Beste für Sie  oder für sich…?

Falls Sie sich nicht sicher sind, schauen Sie etwas genauer hin: Hat der  Betreffende eigentlich selbst schon mal einen Traum verwirklicht und ist dafür ein Risiko eingegangen –  oder sieht er grundsätzlich eher alle Möglichkeiten des Scheiterns?

If you want to have something
Wenn Sie Neuland betreten, sich Dinge trauen, Risiken eingehen und Veränderungen wagen, wird das Wasser um Sie herum kabbelig (Nordlichter wissen, was  das ist. Alle anderen: Wikipedia weiß es auch 😉 ). Damit kann nicht jeder umgehen. Mögliche Gründe dafür können folgende – bewusste oder unbewusste – Gedankengänge Ihres Gegenübers sein:

• „Ich kann das alles viel besser beurteilen als du.“
• „Wenn du ein Risiko eingehst, muss ich mir ja Sorgen machen!“
• „Was ich mich nicht traue, sollst du auch nicht: Sonst hältst du mir den Spiegel vor.“
• „Wenn du erfolgreich bist, siehst du mich dann vielleicht mit anderen Augen?“
• Oder auch: „Wärest du womöglich erfolgreicher als ich?“

Ich liebe es, selbständig zu sein.

Und ich habe diese Entscheidung niemals bereut, trotz aller Selbstzweifelattacken und nächtlicher Existenzangst-Tsunamis. Auch ich hatte vereinzelt notorische  Bedenkenträger und Untergangspropheten in meinem Umfeld: Diese Menschen haben meine Erfolge dann immer sehr  zurückhaltend und mit eher mäßiger Anteilnahme kommentiert.  In den Durchhänger-Phasen allerdings kam jedes Mal zuverlässig der hochtoxische Satz „Ich hab’s dir gesagt – aber du musstest dich ja unbedingt selbständig machen!“.

Inzwischen habe ich gelernt: Nur Mut, Madame – am Rande einer vermeintlichen Durststrecke warten immer neue Chancen und Möglichkeiten.

1. Das ist auch für Sie nämlich die allerbeste Gelegenheit, sich wie in einem Kokon für eine Weile zu verpuppen. Anschließend kommen Sie mit buntschillernden Flügeln (oder neuester Metallic-Lackierung, je nach Typ),  frischen Ideen, geschärftem Profil und gestärktem Selbstbewusstsein wieder zum Vorschein.

2. Stunde der Wahrheit! Sie können jetzt die Begleiter in Ihrem Leben bewusst auswählen. Suchen Sie sich wohlwollende, kompetente Kritiker und herzliche Unterstützer (beides gibt es auch sehr oft in Personalunion), bei denen Sie hemmungslos drauflosjammern können und die dann sagen: „Alles gut. Komm, ich bau dich wieder auf.“

Deshalb jetzt auch an all meine Begleiter aus Kategorie zwei:
Ihr Lieben, dankeschön – ohne eure Unterstützung wäre ich heute nicht da, wo ich jetzt bin und würde den Weg auch nicht so mutig und vertrauensvoll weitergehen. Ist gut, euch an meiner Seite zu wissen.

Neulich so, die Karrierebibel auf Facebook:

Sei ein Ermutiger!Alsdann:

Wenn Sie mental auf der Felge laufen, Ihre Selbstzweifel Monsterformat annehmen,
Ihnen der Arsch (sorry!) so richtig auf Grundeis geht:

Meiden Sie die Kritiker – suchen Sie sich Ermutiger!! Und falls wirklich gerade keiner zur Hand ist: Der perfekte Erste-Hilfe-Koffer is just a click away…

 

Übrigens: Morgensonne und Stille gehören bei Tagesbeginn schon jetzt zu meinen Begleitern. Wiesen und Weite sind bereits in der mittelfristigen Planung und die Sache mit dem Hund…
Wie bringe ich das bloß meiner Katze bei? 🙂

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Ich freue mich über Kommentare und by the way – weitersagen ist sexy 😉 :

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Steffi,
    lieben Dank. Ich bin gern Dein Begleiter der zweiten Kategorie. Ich kenne diese Auf und Ab´s auch sehr gut aus eigenem Erleben. Ich weiß aber auch, dass Du die richtige Frau am richtigen Platz bist. Das wird sich auch bald in der Welt da draußen noch weiter rumsprechen. Ich unterstütze Dich gern dabei. 🙂

    • Liebe Silke,
      solche „Exemplare“ 😉 wie dich braucht man einfach auf seinem Weg – fachlich wie menschlich. Wunderbar!

  2. Liebe Steffi!
    Ein toller Mutmachtext! Ich habe jedes Wort in mich aufgesogen. Man merkt, der Text kommt von Herzen. Und dort landet er auch direkt bei mir.
    Liebe Grüße, Melanie

    • Liebe Melanie,
      vielen Dank das freut mich SEHR!!!!! Du hast absolut Recht: Genau da kommen die Worte her und genau da sollen sie auch hin. 🙂

  3. Toller Text. Mir fällt dazu spontan folgendes ein: Sich seiner selbst sicher sein – Ziele konsequent verfolgen und…. „Ich mach‘ mein Ding, egal was die anderen sagen“
    Gruß nach Hamburg und an ;)))) Udo Lindenberg.

    • Vielen Dank für die Blumen! Und um’s mal mit Udo L. zu sagen, der auch schön zurückgrüßen lässt 😉 : Hinterm Horizont geht’s weiter…

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