Müssen Sie auch dringend authentischer werden?

Dann lehnen Sie sich jetzt entspannt zurück – Sie müssen nämlich gar nichts. 😉

Kleine Vorgeschichte: Ich habe mir vor ein paar Wochen ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk gemacht und zwar diese neue Website mit – endlich – auch neuen Texten. Angesichts meiner „alten“ Website hatte mir im Frühjahr jemand aus meinem privaten Umfeld gesagt, ich käme da aber ganz schön taff und unnahbar rüber. Ups… Ich??

Das hatte mir reichlich  zu denken gegeben und einiges angestoßen. Seitdem ist eine Menge passiert. Mein Selbstverständnis für das, was ich tue, ist gereift und mein eigenes Profil viel klarer geworden – und vor allem ist noch eine große Portion „Typisch ich“ dazugekommen. Das wiederum sei typisch für Jahr zwei nach Gründung, habe ich mir sagen lassen. Und das alles merke ich im Denken, Tun, Reden und – beim Schreiben.

Ich habe mich nämlich in den letzten Monaten darin ausprobiert, bei aller Professionalität mehr so zu schreiben, wie mir „der Schnabel gewachsen ist“, lockerer zu werden, meinen eigenen Stil zu entwickeln – zunächst beim Bloggen und jetzt eben auch bei den neuen Website-Texten. Sie, das macht Spaß!

Und raten Sie, für welchen Menüpunkt  die Worte wie von selbst aus der Feder flossen: Für die Über-mich-Seite. Ausgerechnet!  Die fand ich bisher immer am Allerschwierigsten und ich weiß, die meisten Unternehmer gruseln sich ebenfalls davor. Sie auch?

Dann gibt’s dazu jetzt:

 

Gute Gedanken und Ideen

 

„Wenn du alles für jeden anbietest, fühlt sich niemand angesprochen.“

Das ist ja nichts Neues. Und es gilt nicht nur für die Leistungen, die wir anbieten, sondern auch für das, was wir von uns zeigen: Zum Beispiel auf der Über-mich-Seite. Stromlinienförmig ist gleich nichtssagend, ohne Ecken und Kanten ist gleich austauschbar und laaaangweilig. Authentizität und so – ich ermutige ja schließlich meine Kunden auch zu „Mut zum eigenen Profil, anstatt es immer so zu machen und zu sagen wie alle anderen“. Aber wie geht das?

„Du musst einfach mal MACHEN, komm‘  ins TUN!“

Aha. Kennen Sie sicher, das schallt uns von überall entgegen. Das sagt sich bloß so leicht – aber wer kann schon mit angezogener Handbremse fahren…

Also, was hindert uns?

Ich hatte in den letzten Wochen so einige Kundentermine die mich unglaublich bereichert haben. Mir wurde dabei sehr viel Vertrauen entgegenbracht – vor allem dann, wenn bei meinem Kunden während unserer Zusammenarbeit plötzlich  Unerwünschtes um die Ecke guckte:

Selbstzweifel und negative Glaubenssätze nämlich:

So richtig hinterhältige Trojaner, die sich seit Jahren auf der eigenen Festplatte im Kopf eingenistet haben und im Hintergrund immer mitlaufen.

Diese kleinen Monster belästigen und belasten oft gerade die Menschen, bei denen man sie überhaupt nicht vermuten würde. Im Gegenteil: Leute mit absolut souveränem Auftreten und fachlich top – bei denen käme niemand auf die Idee, sie schlügen sich mit „sowas“ herum.

Das ist oft eine über Jahre hinweg perfekt einstudierte Perfomance und das Perfide daran: Wir merken meistens schon gar nicht mehr, was wir da für eine Kulissenschieberei veranstalten. Bis man dann mit der Nase drauf gestupst wird, so wie ich.

Die gute Nachricht:

Solche Handbremsen zu lösen und diese Trojaner von der Festplatte zu putzen, ist gar nicht so schwierig, macht großen Spaß und schafft ganz viel Platz für Neues. Ich weiß, wovon ich rede: Ich kenne diese Biester ja sehr genau. Auf meiner neuen Über-mich-Seite steht jetzt unter anderem:

„Ich kenne
* Höhenflüge und Selbstzweifel, Erfolg und Misserfolg.
* all die Umwege, bis man sich seiner Stärken und Talente endlich bewusst ist.“

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Und ich habe festgestellt: Das zu schreiben, hat überhaupt nicht weh getan. Nicht, weil ich jetzt „unbedingt authentisch rüberkommen“ will, sondern weil ich damit inzwischen wirklich im Reinen bin. Und wer mit mir zusammen arbeiten möchte, weiß jetzt: Ich bin nicht Mrs. Perfect, sondern kann es nachempfinden, wenn man sich mit diesen inneren Saboteuren rumschlägt.

Und nun?

Selbstoptimierung und Selbstakzeptanz haben ja Hochkonjunktur und die Ratgeberliteratur hat dazu jede Menge schlauer Tipps parat:

„Steh‘ zu deinen Schwächen!“
„Akzeptier‘ dich, wie du bist!“
„Sei du selbst!“

Ich finde ja, das ist ein bisschen wie „Los, ENTSPANN DICH!!“  oder „SCHLAF JETZT!!“ 😉 Der Imperativ hat noch in den seltensten Fällen geholfen, den Schalter zum Umlegen zu finden. Bei vielen Menschen führt das dann auch noch dazu, dass sie „hier und da dringend dran arbeiten“ müssen, weil sie „noch so einige Baustellen“ haben. Puh, muss das so viel Schwere haben und so anstrengend sein? Ich finde, nein. Sie auch?

Dann machen Sie sich selbst jetzt auch ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk.

Tun Sie das, wovon sonst immer dringend abgeraten wird:

Schreiben Sie mal alle Ihre Schwächen, die Ihnen spontan einfallen, untereinander auf. Fertig? Jetzt drehen Sie den Spieß um und überlegen: Welche Vorteile oder positiven Auswirkungen könnten diese „Fehler“ denn außerdem haben? Das schreiben Sie jeweils darunter oder daneben.

Zum Beispiel:

Ich habe immer so viele Selbstzweifel – Ich überprüfe mich immer mal wieder.

Ich bin oft hektisch – Ich bin schnell!

Ich bin oft so planlos – Ich bewege mich nicht in eingefahrenen Gleisen.

Ich bin zickig – Ich kann mich abgrenzen.

Ich hin rechthaberisch – Ich kann mich durchsetzen.

Wichtig: Jedes „Ja, aber…“, das dabei aufploppen will, schicken Sie sofort vom Platz – das ist jetzt nicht dran. Sehen die „Fehler“ jetzt nicht schon weniger grimmig und schwerwiegend aus und lassen sich etwas wohlwollender betrachten?

Kriegen Sie Lust, das auszuprobieren?

Dann los und haben Sie Spaß daran! Wir wollen uns hier beileibe nicht alles schön reden – aber wir könnten doch mit ein paar Macken und vermeintlichen Schwächen endlich mal Frieden schließen. Und don’t worry, damit werden wir nicht zum Egomanen, sondern einfach etwas freundlicher im Umgang mit uns selbst – und weisen den inneren Kritiker zumindest für eine Weile in seine Schranken.

Denn „Frieden auf Erden“ fängt ja auch bei uns selbst… Sie wissen schon. Ist ja schließlich bald Weihnachten.

Sylvie Engel 1PS: Und wenn Sie sich Hilfe für Ihre eigene Über-mich-Seite wünschen – gern. 😉

 

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Steffi,
    du schreibst mir aus der Seele – SOOO sehr, dass ich beim Lesen mehrfach heftig niesen musste. Habe vorhin mit jemandem telefoniert, der meinte, dass Niesen im Gespräch bedeutet, dass der andere „recht“ habe…
    Ich interpretiere das jetzt mal so, dass ich sehr in Resonanz zu diesem Beitrag hier gehe. Und die Liste wird gemacht. Danke für den Anstupser 🙂
    Fühl dich umarmt
    Katrin

    • Liebe Katrin,
      allerbest – wenn’s befreit und sich etwas löst, ist das die Hauptsache und freut mich SEHR!!
      Danke für die schöne Rückmeldung: Das wärmt mir direkt das Herz… 🙂

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