Mal nicht stark und frei: Es ist zu laut, zu voll, zu viel.

„Wann fühlst du dich stark & frei?“ war vor ein paar Tagen Thema hier im Blog. Aber ich bin natürlich nicht immer so – und darum geht es heute.

Ich habe vor einer Weile im Zuge der Entwicklung der neuen Dachmarke meine Facebook-Community gebeten: Sagt mir doch mal je drei Hashtags, die Ihr mit mir verbindet. Unter diesem Post reihten sich ruckzuck ganz viele wunderbare Hashtags. Macht das mal, es ist wirklich  interessant, wie andere Menschen einen wahrnehmen.

Ich habe mich in allem wieder gefunden, und diverse Begriffe kamen gehäuft, von ganz unterschiedlichen Menschen. Einer davon war „Power“ in unterschiedlichen Varianten.

Ja, ich habe ziemlich viel Energie und bringe die auch gern auf die Straße. Ich bin meistens vergnügt, habe gern Kontakt und gehe mit Menschen in Beziehung. So werde ich wahrgenommen und das ist dann auch echt. Das spiele ich nie.

Und heute war dann mal kurzzeitig Schluss mit Power und meine dünne Haut kam zum Vorschein, denn die HABE ich und zwar sehr ausgeprägt.

Nach einem gut vierstündigen, sehr intensiven 1:1-Termin mit einem Kunden kam ich aus meinem Beratungsraum im 6. Stock des Sloman-Hauses (für Nicht-Hamburger: das ist bei den Landungsbrücken), trat auf die Straße – und über mir schwappte eine Lärmwelle zusammen.

Ich machte mich zu Fuß auf in Richtung Innenstadt, um ein Geschenk zu besorgen… und Hamburg stürzte sich auf mich.

Es hatte geregnet, die Autoreifen machten auf dem nassen Asphalt einen unfassbaren Lärm, und aus dicken Auspuffrohren röhrte es an mir vorbei. Warten am Fußgängerüberweg Ecke Willy-Brandt-Straße/Rödingsmarkt: Unzählige Fahrspuren, das Vorbeirauschen eines jeden einzelnen Fahrzeugs zog eine gefühlte Rille durch meinen Kopf, jede stapelte sich auf die Nächste und über mir auch noch das Quietschen der U3, die hier auf oberirdischen Schienen fährt.

In der City schrien mich überall riesige Schilder an, SALE!, 30, 50, 80%! JUNGE SEXY LIPPEN! TOP-ANGEBOT! TREND! STYLE! Menschen mit gesenktem Kopf und Blick auf ihr Smartphone liefen mir vor die Füße, aus geöffneten Ladentüren schallten Bässe.

Im Alsterhaus guckte ich gefühlt nur in maskenhaft geschminkte Gesichter und war mit dem Überangebot, an dem ich mittlerweile völllig planlos vorbeilief, heillos überfordert. Draußen geriet ich in die Qualmwolke eines den Weg kreuzenden Rauchers, zack! 1x voll auf Lunge genommen.

Auf dem Jungfernstieg hupte es wütend und beschleunigte aus acht oder wasweißichwieviel Zylindern, um als Erster an der nächsten roten Ampel zu sein… und allmählich versank ich in dieser Kakophonie von Lärm, Hektik und viel zu vielen Menschen.

Und mein Blutdruck versank dann auch mal kurzzeitig. 😉

Ich war froh, irgendwann heil wieder bei meinem Auto angekommen zu sein: Einsteigen, Tür zu, STILLE. Nur noch nach Hause und nichts mehr hören und sehen. Hamburg, ich mag dich sehr, aber heute hast du mich überfordert, heute hast du definitiv zu hoch gedreht für meine Tagesform.

Heute war ab 16 Uhr mal nix mit Power, und das gehört auch zu mir. Und deshalb habe ich auch das erzählt. Weil wir uns nämlich nicht immer stark & frei fühlen müssen, sondern auch mal in eine Streichholzschachtel passen dürfen. 😉

Das ist der fünfte von 30 Artikeln, für den ich mir den Timer auf 10 Minuten gestellt und den ich in eins durchgeschrieben habe. Was es damit auf sich hat, kannst du im Artikel von Tag 1  „Neu: Gedankensprudel!“ nachlesen.

Wenn du auch ein Thema hast, zu dem du etwas von mir wissen möchtest: Immer gern! Oder falls du Lust hast, dich der #10minBlog-Challenge anzuschließen: Es machen schon einige mit, z. B. Inga , Stefanie und Martina.

 

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