Laufen!

Kennst du das auch?

Samstagmorgen, acht Uhr.
Rückblick. Mit vielen guten Vorsätzen in die zurückliegende Woche gestartet: Fahrrad statt Auto, Joggen nach Feierabend…

Tja. Keine Zeit – mal wieder. Frische Luft gab’s auf dem Weg vom Parkplatz zum Büro und Bewegung bei ein paar pflichtschuldigen Treppe-statt-Fahrstuhl-Aktionen. Aber heute, heute Morgen gehst du laufen – das hast du dir fest vorgenommen. Dann hörst du das Geräusch: Es regnet in Strömen.

Die Wassertropfen rennen am Fenster um die Wette und es kommen immer neue nach. Laufen im Regen?? Oh, neee…

Stopp mal, so geht das nicht. Hier sind jetzt Wille, Disziplin und Konsequenz angesagt. Schließlich hast du  dich committed! Außerdem hat dein Arzt auch gesagt…

Na gut. Also stehst du eine halbe Stunde später dann doch missmutig auf dem Waldparkplatz – und es regnet und regnet und regnet. Ganz toll, auch noch die Ohrstöpsel vergessen! Laufen ohne Musik, wie blöd ist das denn??

Na dann, Cap tief in’s Gesicht gezogen und losgezuckelt: schleppenden Schrittes, widerwillig, mit angezogener Handbremse und gesenktem Blick.

Zehn Minuten später. Irgendwie so ganz von selbst hat der Rhythmus deiner Schritte auf dem Waldboden die Gedanken von der Leine gelassen.
Und du merkst: Du hast gerade endlich – zum ersten Mal seit wann?? – das Karussell im Hirm angehalten und den Kopf frei gekriegt.

Die Luft ist wunderbar frisch, der Regen rauscht gleichmäßig auf das Blätterdach. Es raschelt im Unterholz, du trabst an einem Stapel frisch gefällter Kiefernstämme vorbei. Hmmm, was riecht hier so gut?

Du fängst an zu schnuppern. Tatsächlich ist der ganze „Regen-Wald“ voller wunderbarer Düfte: Nach Laub, nach Erde… gibt’s etwa schon Pilze? Inzwischen guckst du nicht mehr auf den Boden und du vermisst auch deine Playlist nicht; hier läuft ein viel besseres Programm!

Ein lautes Quietschen von rechts oben: Zwei Eichhörnchen spielen Kriegen im Geäst einer Buche. Das Laub raschelt unter deinen Füßen.

Neben dem Weg liegt ein Baumriese, dem schon ein  dicker  Moospelz gewachsen ist: Kurz stehenbleiben und die Hand drauflegen… ist das weich! Waldkindergarten für stressgeplagte Erwachsene 😉 .

Das Blättergwölbe über dir schimmert in unzähligen Grünschattierungen,  ein Specht ist emsig bei der Sache… und das war doch eben ein Kuckuck?! Du bleibst einen Moment stehen.

Pssst. Augen zu und einfach dem Wald zuhören – und dir selbst auch endlich mal.

Weiter geht’s. Inzwischen sind deine Beine ganz leicht: du läufst und läufst in entspanntem Tempo wie von selbst so vor dich hin. Und plötzlich bist du schon wieder beim Parkplatz angekommen. Hups?

Kurze Bestandsaufnahme:

Müdigkeit und schlechte Laune sind – weg! Du fühlst dich leicht und hast ein beseeltes Grinsen im Gesicht. Der Kopf ist klar, deine Muskeln sind locker und alle Sinne angeregt. Das hat jetzt aber mal echt gut getan!

Und es war so schön – jetzt läufst du wieder öfter. Ganz bestimmt. 😉

Das ist der neunte von 30 Artikeln, für den ich mir den Timer auf 10 Minuten gestellt und den ich in eins durchgeschrieben habe. Was es damit auf sich hat, kannst du im Artikel von Tag 1  „Neu: Gedankensprudel!“ nachlesen.

Wenn du auch ein Thema hast, zu dem du etwas von mir wissen möchtest: Immer gern! Oder falls du Lust hast, dich der #10minBlog-Challenge anzuschließen: Es machen schon einige mit, z. B. Martina Bloch, Inga von Thomsen   und Stefanie Grashoff.

 

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