Ich freu‘ mich!!

Mein Sütterlin-Schmuckstück ist übersetzt!

Erinnert sich noch jemand an meine Nachlese zu Hamburgs schönstem Flohmarkt auf der Uhlenhorst? Da habe ich ein ganz besonderes Fundstück präsentiert: Ein Poesiealbum von 1902, in das ich mich total verliebt hatte – so viel Leben, so viele Geschichten stecken in diesem Büchlein!

Der einzige Haken: Ich konnte, bis auf die Unterschrift Martha auf der 1. Seite, alles nur
„mit dem Herzen lesen“, weil sämtliche Einträge in Sütterlin verfasst sind.
Also war das für mich auch immer Marthas Poesiealbum…

Poesiealbum 1902

 

Und jetzt kommt’s: Meine Blogleserin Andrea Grantz hat sich gestern tatsächlich die Mühe gemacht, die Worte zu übersetzen und mir das hier per Kommentar zu schicken!! Ich freu‘ mich so dermaßen darüber und finde, dieser Ich-hol-dich-ins-Leben-zurück-Beitrag hat auf jeden Fall einen Ehrenplatz verdient.

Therefore I proudly present:

“Der treuste Führer in der Not,
dies ist und bleibt der liebe Gott.
Scheint es auch öfters manchmal trübe,
so tröstet mich doch Gottes Liebe.
Wer Gott und seinen Heiland ehrt,
für den wird täglich Brot beschert.
Nimm diesen Spruch als Wanderstab,

er leitet dich bis an das Grab.
Behalte lieb

deine Schwester
[…]”Poesiealbum 1902_Elsa

Martha ist die Schwester! Und plötzlich entdecke ich auch den Namen der tatsächlichen Besitzerin: Den hatte ich bisher irgendwie konsequent übersehen 😉 .
Es ist Elsas Büchlein! Und Martha durfte vor 111 Jahren, am 3. Februar 1902, den ersten Eintrag  hineinschreiben…

Liebe Andrea,
ich bin sicher, die beiden Schwestern Elsa und Martha sitzen jetzt da oben auf einer Wolke und freuen sich mit mir.
1000 Dank für dieses wunderbare Geschenk –
ich habe die besten Blogleser der Welt!!

Übrigens, für alle Hamburger nochmal der Tipp:  Dieser allerschönste Flohmarkt findet nur 4x im Jahr statt, und das letzte Mal in diesem Jahr ist am nächsten Sonntag, 29. September.
Ich bin da – wer kommt mit? 😉

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5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. DAS ist ja mal eine tolle Aktion!!Darüber hätte ich mich auch sehr gefreut!!Wer kann denn heutzutage noch Sütterlin?!
    Wirklich toll und Kompliment an Deine liebe Blockleserin!
    Herzliche Grüße aus Verden
    Anja

    • Hallo Anja,

      ja, das ist wirklich eine fabelhafte Geschichte! Inzwischen haben die Sütterlin-Spezialistin Andrea und ich uns auch schon getroffen: Sie hat jetzt Elsas Büchlein und wir wissen bereits, dass die „Schreiberlinge“ im Konfirmandenalter waren. Man kann nur erahnen, wie die Teenager damals auf Schönschrift gedrillt wurden…
      Das Kompliment an Andrea gebe ich gern weiter!
      Liebe Grüße & bis bald
      Steffi

  2. Liebe Steffi,
    ich hoffe, dein E-Mail-Konto hält eine 6MB große E-Mail mit Powerpoint-Anhang aus. Ich habe endlich geschafft, die Fotos und Übersetzungen miteinander zu verknüpfen. Viel Spaß beim Entdecken der „kleinen Geheimnisse“. Oh, und wirf einen besonderen Blick auf den letzten Eintrag – er lässt mich wirklich wundern, was mit dem Büchlein und aus den jungen Damen geworden ist…

    Ganz liebe Grüße und 1000 Dank für dieses spannende Projekt – ich stehe dir jederzeit gern wieder zur Verfügung.

    Alles Liebe,
    Andrea

    • Liebe Andrea,

      das ist einfach großartig – eine wundersame Reise in die Vergangenheit hast du mir da beschert! Und die letzte Seite ist wirklich ein bisschen mysteriös… 🙂

      Ich muss jetzt erstmal rausfinden, wie ich deine PowerPoint-Präsentation hier auf den Blog stelle: Ich oute mich als völlige Uschi, was diese „spezielleren Dinge“ angeht. Im Moment stecke ich in der Abwicklung diverser spannender Aufträge – deshalb ist es hier auf dem Blog auch so still und deshalb dauert es mit der PPT auch noch ein bisschen. Aber sowie ich wieder mehr Luft habe, geht’s los!

      Die Zusammenarbeit mit dir hat großen Spaß gemacht und ich bin immer noch schwer beeindruckt, dass eine so junge Frau wie du sich Sütterlin „einfach nur mal so“ selbst beigebracht hat. Chapeau, Madame!!

      Herzliche Grüße
      Steffi

      • Liebe Steffi,

        vielen Dank für deine lieben Worte, vor allem das „eine so junge Frau“. 🙂 Sooo jung bin ich auch nicht mehr. Nicht mehr allzu lang, und vorn steht eine 4. 😉 Das aber nur am Rande.

        Wenn ich es schaffe, werde ich demnächst nochmal ein Word-Dokument daraus basteln. Oder hilft dir pdf mehr? Ich muss auch erstmal ein wenig Zeit finden, um das zu bearbeiten… Aber jetzt kommen ja die langen, dunklen Abende.

        Und was das „selber beibringen“ betrifft: Mit 14, 15 hat man nunmal seine kleinen Geheimnisse vor den Eltern – und ich wollte halt nicht, dass meine Mutter mein Tagebuch lesen kann… Manchmal sind solche Grundsituationen der beste Motivator. Man sieht ja, dass ich es nun doch gut brauchen konnte. 🙂

        Alles Liebe und viel Spaß und Erfolg bei deinen Projekten!
        Andrea

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