Hamburg-Tipp: Karoviertel!!!

Keine Lust mehr auf „Copy and Paste“ in Sachen Mode?

Neulich, Hamburg Innenstadt.
Mission: Schränke leer, hab‘ nix anzuziehen.  Kein konkreter Anlass, aber in Sachen Basics muss ganz dringend nachgelegt werden. Moment, Basics? Anglizismen sind ja „eigentlich“ pfui – was sag‘ ich also: Grundausstattung?? Klingt so nach Wäschetruhe…
Wie auch immer: Eine Shoppingtour 😉 ist fällig!

Wir zwei Mädels hatten extra einen großen Bogen um den Samstag gemacht und betraten als frühe Vögel schon vormittags den ersten Laden. Zwei Stunden später hatten wir uns durch einen großen Mode-Schweden und zwei Mode-Spanier gekämpft – und waren PLATT.

Sick personRauschen im Ohr von der musikalischen, sehr basslastigen Dauerbeschallung (auch bei der 19jährigen von uns beiden!), die Festplatte im Kopf kurz vorm Explodieren durch das Überangebot an Kleidungsstücken. Außerdem fürchterlich genervt von dem endlosen Rumgewühle – und den Rest gaben uns die Schlangen vor den Umkleidekabinen, die noch übertroffen wurden von denen an der Kasse. MUSS Einkaufen so sein?
Und obendrein noch das Risiko, dass dir deine Neuerwerbung diese und nächste Saison immer wieder an anderen Frauen begegnet? Nee. Echt nich‘!

Auf in’s Karoviertel!

Tisch mit BlumenKeine 2.000 Meter von der Binnenalster entfernt wird es einzigartig.

Als Erstes steuerten wir Gretchens Villa in der Marktstraße an. Wegen des traumhaft schönen Sommertages saßen alle Gäste draußen – eine der seltenen Gelegenheiten, während der Öffnungszeiten eine leere „Villa“ zu fotografieren. Hübsch, oder?

Tische rechtsSchleifeTische links

 

 

 

 

Die Speisekarte ist übersichtlich (das bürgt bekanntlich für die Frische der Zutaten) und wechselt täglich: Eine Aktualisierung findet Ihr jeden Tag auf Gretchens Facebookseite.
Verschiedene Frühstücksspezialitäten und selbstgebackene Kuchensorten gibt’s ebenfalls.

EckbankMenutafel

 

 

 

 

 

 

 

Wir entschieden uns für Pasta, 1x mit grünem, 1x mit rotem Pesto – zum Niederknien lecker und richtig viel zum Sattwerden für unschlagbare € 6,50.

Die nette Bedienung wollte unsere draußenAnregung an die Chefin Stefanie weitergeben, das hausgemachte Pesto (den Pesto? DAS Pesto??) doch mal in Gläsern zum Verkauf anzubieten.

Ob es das wohl demnächst nebenan in Gretchen’s Lädchen zu kaufen gibt…? 😉

 

Die 19jährige von uns beiden hatte gerade ein Au-pair-Jahr in Madrid hinter sich, und die fröhliche, entspannte Atmosphäre um uns herum erinnerte sie an ihr dortiges Lieblingsviertel Malasaña  – DAS ist doch mal ein echtes Kompliment für die Hauptstadt des norddeutschen Schietwetters und die angeblich so zugeknöpften Hanseaten!

Inzwischen waren wir wieder richtig guter Dinge und wollten jetzt die Marktstraße „aufrollen“.
So viele tolle Läden! Allerdings kamen wir nicht weit: Schon zwei Häuser weiter blieben wir bei Goldmarie hängen. Schaut mal:

Wir sahen uns in Ruhe um, probierten Verschiedenes an, freuten uns und kamen mit Steffi, der netten Lady, die für den Verkauf im Laden zuständig ist, ins Gespräch. Leider ist sie etwas pressescheu und wollte partout nicht mit auf’s Foto ;-). Aber sie ließ uns einen Blick hinter die Kulissen werfen:

„Goldmarie“ ist eine eigene Marke,  die ihre Kleidungsstücke in kleinen Stückzahlen auf Bali fertigen lässt. Marie, die es tatsächlich in persona gibt, ist jedes Jahr zwei bis drei Monate dort. Sie kennt ihre Stofflieferanten und Herstellungsbetriebe seit Jahren, und man kann beim besten Willen nicht von „Textilfabriken“ sprechen – eher von Manufakturen: Das gilt auch für die Arbeitsbedingungen dort. Für die großen Ketten werden üblicherweise mindestens 1.000 Stück pro Teil produziert, bei „Goldmarie“ liegt die Obergrenze für ein aufwendig gearbeitetes Kleidungsstück bei ACHT (!).

Steffi erzählte uns, dass Marie die Kollektionen zunächst entwirft und entsprechende Zeichnungen anfertigt. Die reisen mit ihr nach Bali und bilden die Grundlage für Prototypen, anhand derer zunächst eine Musterkollektion entsteht. Nach dem endgültigen Feinschliff wird dann das geschneidert, was man in der kommenden Saison bei „Goldmarie“ im Laden findet. Hinzu kommen noch ausgewählte Teile anderer kleiner, individueller Modelabel.

Bali Früchte

Bildnachweis: www.morguefile.com

 

In dieser Zeit auf Bali lässt Marie sich auch bereits mit allen Sinnen für die folgende Saison inspirieren:  Vegetation, Licht, die Farben der Früchte, Märkte, Düfte – alles fließt mit ein.

 

Wegen der kleinen Stückzahlen wird keine übermäßig große Lagerfläche benötigt, die Teile müssen sich nicht so schnell „drehen“ –  damit entsteht auch eine ganz andere Wertigkeit: Ohne Lagerdruck besteht kein Grund, die Sommerware bereits im Juli mit aberwitzigen Rabatten zu verramschen. Steffi erzählt: Männer gehen 2x im Jahr einkaufen – wenn ihnen kalt ist und wenn ihnen warm ist. Und so plant „Goldmarie“: Wintersachen kommen allerfrühestens im September in den Laden. Achja: Eine kleine Herrenkollektion zieht demnächst ebenfalls im Laden ein – Männer, probiert es aus!

Als Clou gibt es übrigens (ganzjährig natürlich!) eine kleine, exklusive und sehr originelle St. Pauli-Kollektion: Die Schuhe dürften etwa Größe 18 haben und das Notizbuch hüpfte quasi von allein mit uns zur Kasse… 🙂

Auch hier haben wir fast anderthalb Stunden verbracht, aber es war einfach schön –
so geht entspanntes Einkaufen! Wer es ganz bequem haben will, bestellt einfach im Webshop. Und auf der Facebookseite gibt es laufend Info über schicke Neuzugänge im Laden. Übrigens: Dass es bei „Goldmarie“ keine T-Shirts für € 7,90 gibt,  dürfte klar sein. Aber die Sachen haben eine super Qualität und sind absolut bezahlbar. Was wir an diesem Tag für schöne Sächelchen mit nach Hause genommen haben… darüber breiten wir mal den Schleier der Diskretion ;-). Nur soviel – der hier ist jetzt meiner!

Hut

 

 

 

 

Haben Sie auch noch Tipps und Empfehlungen für „Shoppen mal anders“? Gern!

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