Was haben erfolgreiche Unternehmer und Pinguine gemeinsam?

„Wir hätten gern eine Profilschärfung, Frau Wagner.“

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Das stammt natürlich nicht von mir. 😉

Sehr gern – das ist mein Job, das liebe ich! Es macht mir nämlich großen Spaß, genau das mit Ihnen herauszufinden: Was Sie als Einzelunternehmer und Mittelständler  unverwechselbar macht. Aber was genau ist das eigentlich und wie kommt man raus aus der Vergleichbarkeit?

Viele Unternehmen erzählen ihren Kunden üblicherweise, was sie alles können und zu bieten haben. Nur – das alles kann und bietet die Konkurrenz meistens auch. Also: Ich bin echt. Was bist du?

Ein wichtiger Unterschied besteht darin, warum ein Unternehmer das tut, was er tut:  Was ihn an seinem Business begeistert, wie sein „Laden“ tickt und wie er die Welt seiner Kunden ein Stück besser machen will. Und vor allem – ob seine Kunden ihm das auch glauben.

„Und wie geht das jetzt mit der klaren Positionierung?“

Genau so: Indem Sie etwas von sich zeigen. Persönlichkeit, Herzblut, Motivation.
Hui, da wird es spannend: Jetzt fängt so mancher Unternehmer an zu fremdeln.

Ina Müller hat mal gesungen „Lieber Orangenhaut als gar kein Profil“.
Das sehen aber viele Unternehmer scheinbar anders: Sie haben offensichtlich große Angst, sich unvorteilhaft zu präsentieren oder sich angreifbar zu machen, wenn sie Profil, sprich Persönlichkeit zeigen.

Das scheint  – Achtung, jetzt wird’s bekennend subjektiv – vor allem bei IT-Unternehmen,  Rechtsanwälten und Unternehmensberatern sehr ausgeprägt zu sein. Es gilt aber für viele Branchen: Man versteckt sich hinter dem üblichen Marketing-Blabla, schicken Stockphotos und nichtssagenden Textbausteinen – online wie offline.

So wird das aber nichts mit der Profilschärfung. Und deshalb gilt:

Richtigmacher_abtretenZeigen Sie, wer Sie sind, welche Persönlichkeit Ihr Unternehmen hat!
Hören Sie auf, die Farbe Ihrer Umgebung anzunehmen, nur um alles richtig zu machen.

Oder weil es „die anderen auch so handhaben“? Weil es „in der Branche so üblich ist“? Damit erreichen Sie bloß, dass Sie in der Masse untergehen und sich in nichts von den anderen unterscheiden. Wie soll dann Ihr zukünftiger Kunde den Unterschied sehen?

Ein oft gehörtes Argument lautet:

„Wir sind im B2B-Bereich tätig –
da zählen ausschließlich Zahlen, Daten, Fakten.“

Wirklich?
Unternehmer entscheiden sich genau wie Privatkunden unter anderem deshalb für Sie, weil  Sie glaubwürdig sind. Und das hat etwas zu tun mit Authentiziät – auch wenn der Begriff vom Marketing inzwischen komplett  verheizt wurde.

Übrigens: In der Karrierebibel habe ich einen Artikel entdeckt, der sich ausführlich mit Authentizität befasst und das Thema sehr gut reflektiert.  Meine eigenen Erfahrungen im Umgang damit finden Sie hier.

Sie erinnern sich bestimmt noch an „Leistung aus Leidenschaft“ –  das glaubt der Deutschen Bank niemand mehr.  Und genauso reicht es nun mal nicht, dass Sie sagen, bei Ihnen stünde der „Kunde im Mittelpunkt“. Im Gegenteil: Diese Phrase ist so banal und überstrapaziert, dass sie schlimmstenfalls kontraproduktiv wirkt. Auch das chronologische Runterbeten Ihrer Firmenhistorie bringt übrigens  den Funken nicht zum Überspringen.

Bitte fragen Sie sich selbst:

* Warum gibt es mein Unternehmen?
* Warum arbeite ich hier?
* Was liebe ich am meisten an meiner Arbeit?
* Was mache ich anders als die Konkurrenz?
* Wer kann das, was ich anbiete, besonders gut gebrauchen und warum?
* Wie sieht eigentlich mein Wunschkunde aus?

Dazu gehört vor allem auch:

* Was liegt mir an meiner Arbeit nicht?
* Was möchte ich also im Grunde gar nicht mehr anbieten?

Sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, bewirkt Klarheit im Kopf und im Tun, schärft das Profil und ist für eine präzise Positionierung die reinste Schatzkiste. Gehen Sie auf die Suche nach Ihren Kronjuwelen!

Was also haben erfolgreiche Unternehmer und Pinguine gemeinsam?

 

 In einer Pinguinkolonie erkennen die Jungen und ihre Eltern einander unter Tausenden  an einem einzigartigen Lockruf, den es so nur einmal gibt. Also, lieber Unternehmer – was ist IHR Lockruf?

 

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr treffender Artikel, Frau Wagner.
    Statt „Warum?“ frage ich übrigens gern „Wozu?“ und komme damit schneller zu den Themen Sinn und Nutzen für Kunden. Dies kann gleichermaßen für Unternehmen wie Führungskräfte gelten, wenn wir Interaktionspartner im beruflichen Tun als Kunden/partner verstehen, denen wir einen sinnvollen Nutzen stiften wollen. Das ist m. E. der Kern guten Wirtschaftens.
    Übrigens hat mich Ihr Artikel an ein anderes Pinguin-Video erinnert und damit zu einem eigenen Artikel inspiriert (http://www.manufaktur-wachstum.de/artikel/jeder-in-seinem-element-die-pinguin-denke). Weiterhin erfolgreiches und nutzbringendes Tun!

    • Volle Zustimmung, Herr Stockhausen – das „Wozu“ ist genauso wichtig wie das „Warum“. Freue mich, dass ich Ihnen Inspiration geliefert habe: Das Thema „Finde dein Element“ haben Sie in Ihrem Artikel prima beleuchtet und das Hirschhausen-Video ist großartig. Wiederum eine tolle Inspiration für mich. 😉

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